[talk-ch] Temporär gesperrte Strassen

Andreas Bürki abuerki at anidor.com
Sat Jul 13 14:40:07 CEST 2013


Lieber Stefan

Am 13.07.2013 02:37, schrieb Stefan Keller:
> Liebe Mapper
> 
> Am OSM-Treffen (Stammtisch) vom vergangenen 11.7.2013 in Zürich
> erörterte ich meine Idee einer schweizweit zentralen Datenbank (mit
> entsprechendem API), die temporäre Baustellen verwaltet.
> Blaulichtorganisationen (Rettungsdienste) könnten daran grosses
> Interesse haben - aber auch viele weitere Nutzer.


In der Tat ist es so. Eine schweizweite DB *temporäre Baustellen* oder
*temporäre Strassensperren* gibt es IMHO nicht. Und ist sicherlich ein
latentes Bedürfnis potenziell Betroffener. Derzeit wird man per
Amtsanzeiger (ja, so etwas gibt es noch) informiert oder per Radio/TV
oder irgendwo im Web. Also dezentral und nicht koordiniert; wenn man
Schwein hat weiss man es vorher, sonst spätestens wenn U-Turn angesagt ist.


> Ich denke da temporär mit Fahrverbot gesperrte Strassen wegen einer
> Baustelle oder einem Anlass (z.B. Wochenmarkt).


Und (zunehmend) Naturereignisse wie: Überschwemmungen, Hangrutsche.


Solche Informationen
> sind den Behörden einige Zeit zum Voraus bekannt. Für
> Blaulichtorganisationen ist noch die Unterscheidung wichtig, ob die
> Strasse trotz Fahrverbot noch befahrbar ist oder nicht. Im Neubau
> befindliche Strassen ("Langzeitinfo.") oder Staus (Echtzeit) gehören
> nicht in die DB.


+1 - Wobei mich "Langzeitinfos" nicht stören würden, da der Nutzen der
selbe ist. Ich weiss: Nicht befahrbar. Hingegen Echtzeit schon, da man
es mit einer Truppe von Freiwilligen nie schaffen wird, auch nur
annähernd zeitgenaue Informationen bereitzustellen.


> Es soll nun Mapper gehen, die Baustellen erfassen (:-)),


Als bekennender Inklusionist [1] (auch in OSM), sag ich da mit den
Worten von Roger S. "findi guet!" :-)


 daher meine Fragen:
> 1. Mit welchen Tags mappt ihr Baustellen:
>    1a: mit "highway=construction" und "start_date=*" und "end_date=*"?
>    1b: oder mit "construction_end_expected=YYYY-MM-DD") ?
>    1c: oder anders?


Hab' das bis anhin noch nie gemacht. Würde wohl eine Kombination von 1a
mit 1b wählen, jedoch immer mit "construction_end_expected=YYYY-MM-DD"

Begründung:
- "highway=construction" - Heisst, für die Allgemeinheit nicht
befahrbar. Egal warum.
- "start_date=*" - Wenn im voraus bekannt, wie erwähnt, z.B. Wochenmarkt
(wie handhabt man repetitive Sperrungen?) oder Sanierung Kanalisation.
- "construction_end_expected=YYYY-MM-DD" - Zukunftsprognosen sind immer
so eine Sache und mit Unsicherheiten behaftet. Deshalb "end_expected"


> 2. Wie könnte man temporär gesperrte Strassen von im Neubau
> befindlichen Strassen unterscheiden?


Was nützt dieses Wissen, wieso nicht befahrbar? Nicht befahrbar heisst
nicht befahrbar.


> 3. Wie könnte man angeben, ob die Strasse noch befahrbar wäre (für
> Rettungsdienste) oder nicht?


emergency=yes ?

oder

highway:emergency=yes ?


> 4. Meint jemand, dass so etwas sowieso in eine separate DB gehöre
> (vgl. dazu auch die Diskussion um TMC)?


Unter der Voraussetzung/Annahme, dass eine halbwegs akkurate Datenpflege
gewährleistet werden kann, muss es IMHO nicht in eine separate DB. - TMC
ist ja um einiges komplexer und sehr vom Faktor Zeit abhängig.

Abschliessend Gedanken zur Datenpflege. IMHO steht oder fällt damit
"schweizweite DB *temporäre Baustellen* oder *temporäre Strassensperren*"

* Erfassen vs/und Pflege: Einmal Weg, "Häusle", Botschaft, Buslinie,
Telefonzelle etc. erfassen ist eines. Jedoch werden Buslinien ausgebaut,
Botschaften ziehen um und Telefonzellen entfernt; und Gemeinden
fusionieren. Das Quartier oder die Stadt "lebt", verändert sich
(Schlussfolgerung: Das einzig Stete ist der Wandel). Die Kontrolle oder
Pflege der Daten ist also etwas anderes, quasi ein Muss. - Veraltete und
ungenaue Karten sind wie Zeitungen von gestern. Sie interessieren keine S**.

* Jede/-r kennt den Hauswart/-meister, Abwart, you name it (Neudeutsch:
Facility Manager). Das ist der Typ (meistens ist es ein "er"), welcher
sich um die Liegenschaft/-en kümmert (oder sollte), Schnee schaufelt im
Winter und den Krieg in der Waschküche schlichtet. Oder Reparaturen
veranlasst, wenn er nicht selbst dazu in der Lage ist.

Jeder von uns wohnt, lebt und arbeitet irgendwo. In einem Stadtquartier,
auf dem Land in einem Dorf. Und kennt so im Normalfall seine Umgebung,
weiss wann der Wochenmarkt ist und in welcher Strasse die Baumaschinen
auffahren (werden). Jedenfalls wenn man nicht blind durch's Leben geht.

Somit könnte man sich so etwas wie *SOSM Abwart*, *SOSM Concierge* oder
*SOSM Caretaker* vorstellen. Heisst: den "Berg Schweiz" in viele kleine
Bergli zu teilen und wer will und kann übernimmt die Verantwortung
(boah, heavy  ;-) ) für ein solches Bergli.

Verantwortung bedeutet hierbei, dass der SOSM Concierge dafür besorgt
ist (heisst nicht, dass er/sie alles selber machen muss), dass sein/ihr
Bergli auf dem neusten Stand (z.B. Häuser werden abgerissen und neue
gebaut) und gepflegt ist (kann auch weiteren Ausbau mit Details
bedeuten). Und das eben temporär gesperrte Strassen *zur Zeit ein- und
ausgetragen* werden.

Was ist eure Meinung dazu?

Just my 2 cents.

cheeers,
h.


> 
> LG, Stefan
> _______________________________________________
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Link:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Hans_Koberger/Inklusionismus


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Andreas Bürki

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